Eiskastenkopf Hinterer

(Bearbeiten)
Höhe:
3.299 m
Infos:
Vordere Oelgrubenspitze (3394m) (Süd- und Nordgipfel, 1. Abstieg über den Nordostgrat) — Hinterer Eiskastenkopf (3293 m) (1. Erst, und Traversierung). Am 23. September 1900 verliess ich mit meinen Clubbrüdern Dr. Adolf Hintner, Dr. Josef Pircher und Docent Dr. Adolf Posselt die Taschach-Hütte, um über den Sexegertenferner, dem Oelgrubenjochwege bis zu dem vom Joche herabziehenden Gletscher­ aste folgend, und über Blockhalden, zuletzt über Eis den den vorderen Oelgrubenspitzen südlich vor­ gelagerten Schneekopf (P. 3320m) zu gewinnen (3 St.). Dieser ist durch eine ziemliche Tiefe von den Oelgrubenspitzen getrennt und ein ziemlich selbständiger Gipfel, weshalb für ihn der Name Oelgrubenkopf zutreffend wäre. Der kurze Verbindungsgrat brachte uns von dort auf dem nicht allzuleichten gewöhnlichen Wege auf den Südgipfel der Vorderen Oelgrubenspitzen (1/2 St.). Der Uebergang zum Nord­gipfel ist ziemlich schwierig und wurde vor uns erst einmal ausgeführt (1/2 St). Hier kehrten die beiden anderen um, während Dr. Hintner und ich den Grat gegen Nordosten hinab in Angriff nahmen. Ueber sehr schwierige Kletterstellen ging es an der beinahe senkrecht abfallenden Gratkante hinunter, solange sie überhaupt gangbar war; dann querten wir auf einem Plattenbande einige Meter gegen rechts hinaus zu einem breiten Risse, durch den wir wieder links abwärts gelangten. Dieser Riss gieng in einen Ueberhang aus, welcher schwierig zu überwältigen war. Unterhalb ging es dann sehr schwer wieder etwas aufwärts gegen links hinaus über eine scheinbar nur angelehnte Felsenstütze, die von der Wand durch einen ca. 30 cm breiten Hohlraum getrennt ist. Nach Norden zu stürzt dieser Felspfeiler un­erkletterbar in einer ca. 8 Meter hohen, überhängenden, glatten Wand zur Scharte im Grate ab. Zu dieser seilten wir uns hinab und gelangten sodann bald zur tiefsten Grateinsenkung nördlich der Vorderen Oelgrubenspitzen (1 1/2 St). Der weitere Verlauf des Kammes, der hier gegen Nordosten biegt, ist von zahlreichen, ungemein plattigen, meist kühn aufragenden Thürmen geziert, welche oft kaum erkletterbar scheinen. Nach Überwindung zahlreicher, oft sehr schwieriger Stellen gelangten wir auf den Gipfel des Hinteren Eiskastenkopfes (3293m) (1 St.), eines ganz selbständigen, schönen Felsgipfels, der von allen Seiten schwierig zugänglich ist.* Von hier aus verfolgten wir den Grat, der noch mehrmals ziemlich schwierige Stellen aufweist, in nordöstlicher Richtung, überschritten eine tief eingesenkte, düstere Eis­ scharte und gelangten dann über einen vergletscherten Kopf zu dem westlich der Blickspitze eingesenkten Blickscharti (1 3/4 St.), von wo wir über den Vorderen Oelgruben- und Sexegertenferner wieder zur Taschach-Hütte zurückkehrten.
Quelle: Österr. Alpenzeitung 1901, Folge 574, Seite 021-022

Bild:
Foto gesucht!
Gebirgsgruppe:
Ötztaler Alpen
Erste(r) Besteiger(in):
Hintner Adolf Dr.
Hörtnagl Franz Dr.
Pircher Josef Dr.
Posselt Adolf Dr.
Datum erste Besteigung:
23.09.1900

Routen:
Ostgrat

(Route Neu)