Nordwand

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Routen Details:
Puikogel (3346m). (Geigenkamm.) 1. Ersteigung über die Nordwand, am 5. September1903.
Von Planggeroß im Pitztale ausgehend, erreichten wir nach vierstündigem Ansteigen auf dem Steige zum Weißmaurachjoch und kurzer Wanderung über Moränen den Ferner am Fuße der Nord wand. Wir überschritten denselben und stiegen an einem steilen Lawinenkegel, der die Randkluft übersetzt, in eine muldenartige Vertiefung des Felsgürtels, der den unteren Teil der Wand bildet, ein. Der großen Steinschlaggefahr wegen rechts von dieser Einbuchtung, die kurz vor dem Ansatz der Eiswand zur engen, eiserfüllten Rinne wird, über größtenteils unschwierige, aber sehr brüchige Felsen empor zum Rande des Eises. Die Rinne querend über Eisstufen, sodann kurz nach links zu einem steilen Grate; die von kurzen Eisflächen unterbrochenen Felsen machten bald einer reinen, gewiß 50° geneigten Firnschneide Platz, über die wir bis an einen senkrechten Gratfelsen des Westgrates kamen. Indem wir uns mit den Händen am Fels hielten, querten wir 20 Meter nach links und gelangten ohne weitere Schwierigkeit auf den West­grat und über diesen in 10 Minuten auf den Gipfel. Diese Tur dürfte an Schwierigkeit der Schlegeiswand am Hochfeiler gleichkommen. Die Stein­gefahr ist aber ganz außerordentlich; schon um 6 U. früh, als wir einstiegen, ging nicht weit von uns eine furchtbare Steinlawine nieder. Dies trieb uns zur Eile, so daß wir für die Wand nur 3 1/2 Stunden benötigten.
K. Berger, E. Franzlin, J. Hechenbleikner-Innsbruck
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1903, Folge 645, Seite 246-247
Datum erste Besteigung:
05.09.1903
Gipfel:
Puitkogel
Erste(r) Besteiger(in):
Berger Karl (Innsbruck)
Franzelin Eduard
Hechenbleikner Ingenuin