Nordwand

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Routen Details:
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1926, Seite 199;

Großglockner (3798 m). Erste Ersteigung über die Nordwand am 19. September 1926 durch W. Welzenbach und K. Wien. Normalzeit vom Franz-Joseph-Haus 11 Std., vom Bergschrund 8 Std. ; überaus schwierig; Wandhöhe vom Inneren Glocknerkar 650 m.
Die Glockner-Nordwand wird zur Linken begrenzt von dem der Palavicinirinne parallel laufenden N.O.-Grat (irrtümlich als Nordgrat bezeichnet) zur Rechten vom Nordwestgrat und einem vom Glocknerhorn zur Pasterze niedersinkenden steilen Felsriegel. Die unteren der Wand bestehen aus einer breiten Eisrinne, welche über dem Bergschrund mit 53 Grad (Klinometermessung) ansetzt und nach oben hin mit zunehmender Neigung in die ca. 70 Grad geneigten plattigen Felsen der Gipfelwand überleitet. Der Aufstieg vollzieht sich durch die Eisrinne in ziemlicher Gipfelfallinie, durch die (wohl immer vereiste) Felswand über eine im westlichen Teil derselben vorspringende Rippe.
Vom Franz-Josef-Haus hinab zur Pasterze und diese westlich überquerend bis in die Fallinie des im inneren Glocknerkar entspringenden zerrissenen Gletschers. In seinem westlichen Teil empor, dann sobald als möglich nach rechts gegen die in Verlängerung des Glocknerkamps zur Pasterze niederstreichende Felsrippe. Längs derselben hinan bis es möglich wird links auf die oberste Firnterrasse des Inneren Glocknerkares zu queren (Aneroid 3150 m).
Über den von Gesteinstrümmern übersäten Lawinenkegel am Fuß der Rinne gegen den Bergschrund hinan. Nach seiner Überschreitung über die jenseitige, nahezu senkrechte Begrenzungswand (im Zeitpunkt der Erstbegehung etwa 6 bis 8 m hoch) zum Beginn der Eisrinne. Durch dieselbe 450 m gerade empor bis zum Anfang der auffallenden, vom Fuße der Gipfelwand nach rechts aufwärts ziehenden Felsrippe (bis hieher steingefährlich; 4 1/2 Stunden vom Schrund).
Über die Rippe etwa zwei Seillängen aufwärts, bis sie sich in glatten ungangbaren Platten aufschwingt (Mauerhaken). Von hier schräg abseilend nach links in das östlich der Rippe eingelagerte Eiscouloir. An seinem Rande über Eis und plattigen Fels 25 m empor, bis es möglich wird wieder nach rechts auf die Rippe zu queren, die oberhalb ihres Abbruchs betreten wird. Die folgende steile Gratkante wird direkt erklettert, worauf man über ein flacheres Gratstück eine Firnrippe gewinnt. Dieselbe leitet in plattigen Fels, welcher schräg links aufwärts bis in eine schmale Eisrinne überklettert wird, die die Fortsetzung des oben erwähnten Couloirs darstellt. Jenseits der Rinne über vereisten Fels links haltend empor zum Nordwestgrat, welcher 40 m (Aneroidmessung) unter dem Gipfel betreten wird. Über ihn vollends zum höchsten Punkt.
Großzügige kombinierte Eis- und Felstur; wohl der schwerste Glockneranstieg.
Quelle: 34. Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins München 1925-26; Seite 42-43
und gleichlautend in
Quelle: 21. Jahresbericht (Vereinsjahre 1925-1927) der DÖAV Sektion Bayerland 1928, Seite 57

Jahresbricht des Akademischen Alpinen Vereins München 1925-26, Seite 49;
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1927, Seite 252

Glocknergruppe
Großglockner Nordwand Welzenbach im Alleingang durch Klaus Hoi am 17. Mai 1964.
Quelle: Jahresbericht der Hochtouristischen Gruppe „Bergland“ der Sektion Wien des ÖAV 1961/64, Seite 79

Datum erste Besteigung:
19.09.1926
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
04.03.1964
Gipfel:
Großglockner
Erste(r) Besteiger(in):
Welzenbach Wilhelm Willo)
Wien Karl
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Nagy P.
Thaler R.