Nordwestwand - "Weg der Freunde"

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Routen Details:
Hochkogel Nordwestwand „Weg der Freunde"
1. Begehung durch Albert Precht, Georg Bachler am 22. Juli 1972.
Die NW-Wand des Hochkogel Nordgipfels weist in halber Höhe — etwas rechts der Mitte — eine große Halbhöhle auf. Diese gilt als Richtpunkt. In ihrer Fallinie über einen kurzen Vorbau hinauf, bis eine auffällige Hangelleiste nach rechts den Einstieg in die eigentliche Wand ermöglicht. Nach 30 m Stand. Nun gerade zu einem kleinen Giebel hinauf und 8 m nach links zu Haken und über eine Platte zu Stand (IV). Zwei Seillängen in herrlicher Kletterei über Platten (IV—V) bis zum rechten Rand einer riesigen Felsschuppe. 5 m nach links (V +, A2, 3 H) in den Spalt hinter der Schuppe (guter Stand). Den Spalt hinauf (IV +), auf der Schuppe ganz nach links, an zwei Haken hoch und an einer Hangelleiste nach links zu Riß, den man bis zu einer losen Felsschuppe verfolgt. Über diese frei zu Stand am Beginn der „Schrägen Verschneidung" hinweg. Die rechte Wand ist gelb und weit überhängend, die linke naß und glatt. Die ersten Meter bieten unschöne technische Kletterei, später geht es an guten Griffen zu Sanduhr-Schlinge, dann nach rechts und hoch zu Stand (VI, A 2, 10 H, 2 Keile). Nach 15 m gelangt man in die große Halbhöhle. Nach rechts um die Kante in die „120-m-Verschneidung". Diese in herrlicher Kletterei hinauf (V—VI, teils A 2, 20 H, guter Stand nach jeder Seillänge). Nach der Verschneidung links aufwärts zu breitem, steil abfallendem Felsband. Eine Seillänge nach links in eine Rinne (20 m höher befindet sich eine schwarze Höhle, Wandbuch in weißem Kanister, guter Biwakplatz). Vom Beginn der Rinne noch 40 m nach links. Einen Riß hoch, links über eine glatte Platte (H) und weiter links hoch zu großem Felsköpfl. Erneut in herrlichster Kletterei über eine steile Wandstelle hinauf (V, A 2, 2 H), dann im ganz rechten, geneigteren Wandteil mehrere Seillängen die Platten hinauf (III—IV) bis zu einem roten Felsband, das nach rechts führt. Auf ihm hinüber, durch ein Felsenfenster an eine Kante, die man gerade bis in leichteres Gelände verfolgt, und in wenigen Metern zum Gipfel.
Wandhöhe: 800 m, 60 Haken (+4 Holzkeile), davon 8 entfernt, viele Legschlingen bzw. Knotenschlingen erforderlich. Vielleicht die schönste, aber auch schwierigste Klettertour im Tennengebirge.
Quelle: Jahresbericht der Hochtouristischen Gruppe "Bergland" der Sektion Wien 1970-1973, Seite 79-80
Datum erste Besteigung:
02.07.1972
Gipfel:
Hochkogel Nordostgipfel (Tennengebirge)
Erste(r) Besteiger(in):
Bachler Georg
Precht Albert