Deye Adolf

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Biografie:
Erschließer im Gesäuse, Kaisergebirge und Dachsteingebirge.
1912 - 2. Begehung der Fleischbank Ostwand mit Georg Sixt. Zuvor Versuch der Erstbegehung, jedoch in halber Wandhöhe aufgegeben.
1911.08.11 - Erste Ersteigung des Südlichen Tosaturms (2830m - Brentagruppe) mit V.v. Friedrichs
1912 - Erste Begehung der Pfeilerrisse an der Schüsselkarspitze
1913.07.29 - Erste vollständige Begehung der Nordwand des Einserkofels (Sextener Dolomiten) und somit Lösung des Problems von Jahn/Langl aus dem Jahre 1909.
1914.07.12 - Erste Alleinersteigung des Däumling (2322m) und zugleich zweite Besteigung.
1918.08.18 - Begehung des Nordpfeilers (Deye-Pfeiler) an der Planspitze mit den Gefährten Ludwig und Feichtner
1921.08.08 - Erste Begehung des Westlichen Südwestwandkamins am Angerstein-Südgipfel (2080m) mit Karl Friedl aus München.
1929.08.12 - Erste Begehung des Grates vom Montasch zum Wischberg (2666m - Julische Alpen) mit Rudolf Peters.
1929.08.16. und 17. - Erste Begehung des Nordgrates des Gamsmutterturms (2508m - Julische Alpen) mit Rudolf Peters.
Mehrere Kletterfahrten in den Julischen Alpen mit Rudolf Peters.
Quelle: Archiv Proksch (Österr. Alpenklub)

Neues Ausrüstungs-Geschäft.
Der bekannte Bergsteiger Adolf Deye hat in München, Marienplatz 12/1 ein Ausrüstungsgeschäft eröffnet.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1927, Seite 73

Auszug aus: Geschichte der Sektion Bayerland des Deutschen Alpenvereins e.V. Die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik 1914 – 1933 von Walter Welsch
1926 kam es in der Sektion Bayerland zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen „Jung und Alt“ um die Bewirtschaftung der Meilerhütte. Die Jungen, angeführt vom Leiter der Jugend, Adolf Deye, und dem bisherigen Sprecher der Bergsteigergruppe, Walter Hofmeier, wollten sie, den strengen bergsteigerischen Grundsätzen der Sektion entsprechend, unbewirtschaftet – nur durch einen Hüttenwart beaufsichtigt – lassen381, die Alten wollten sie – ebenso nach streng bergsteigerischen Gesichtspunkten – bewirtschaftet sehen. Der Streit wurde in der Hauptversammlung am 23. Juni 1926 im Sinne der Alten entschieden. Der Versammlung folgten zahlreiche „Leserbriefe“ mit Meinungsäußerungen Für und Wider. Die Angelegenheit erschien der Sektion so wichtig, dass die Briefe in zwei Folgen des Bayerländer abgedruckt wurden 382. Die heftige Diskussion wurde noch fortgesetzt, als darüber entschieden wurde, ob eine einfache Bewirtschaftung im Sinne der Hochtouristik den Verkauf von Bier erlaube. Wieder nahm der Streit (man muss ihn so nennen) seinen Fortgang im Bayerländer.383 Bei den Jungen gärte es. Sie wollten eine stärkere Hinwendung der Sektion zu ihrer alten, idealistischen Einstellung. „Worauf [die Jugend] aber schließlich hinauswollte, war eine allgemeine Erneuerung der Bergsteiger überhaupt, wie sie letzten Endes etwa Eugen Guido Lammer durch seinen Aufruf für die Ursprünglicherhaltung der alpinen Ödnatur herbeiführen will.“ Im Bemühen, die Kampfstellung zwischen Jung und Alt aus der Welt zu schaffen, beschloss die Vereinsleitung, die Jungen, den „Hort bergsteigerischer Ideen“, maßgebend an der Leitung des Vereins zu beteiligen.
Quelle: Geschichte der Sektion Bayerland des Deutschen Alpenvereins e.V. Die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik 1914 – 1933 von Walter Welsch, Seite 158-159

Auszug aus: Geschichte der Sektion Bayerland des Deutschen Alpenvereins e.V. Die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik 1914 – 1933 von Walter Welsch
Nach dem Krieg begann eine Auseinandersetzung um deren Ziele, die vor allem von Adolf Deye (Sektion Linz und Bayerland), Ernst Enzensperger (Sektion Hochland) und Hermann Amanshauser (Wandervogel Salzburg) geführt wurde. Die eine Seite ordnete die erstrebenswerten hohen Ziele der Jugenderziehung ihrer militärischen Nützlichkeit unter401, die andere wandte sich strikt gegen jede (militärische) Jugenderziehung, befürwortete dagegen eine Jugendbewegung, wie sie etwa der Wandervogel darstellte, in dem die Jugend selbst und von sich aus die hohen Ziele anstrebte: nicht Jugenderziehung, sondern Jugendbewegung!402 Emotionsgeladene, nationale, völkische Äußerungen (stählernes Erleben, Scholle, Vaterland, deutsche Seele, deutsche Heimaterde, großdeutsches Vaterland über die Grenzen hinaus, das neue größere, herrlichere, allumfassende deutsche Vaterland) waren im Rahmen der Jugendarbeit singulär403, kamen nicht zum Tragen. Der Vorschlag, die Jugendgruppen des Alpenvereins aufzulösen und dem Wandervogel unter der Bezeichnung „Deutscher und Oesterreichischer Wandervogel im Verband des D. u. Oe. A. V.“ einzuverleiben, wurde nicht weiter diskutiert.404 Die gegensätzlichen Meinungen wurden bereinigt, Querverbindungen zum Wandervogel nicht weiter verfolgt
Quelle: Geschichte der Sektion Bayerland des Deutschen Alpenvereins e.V. Die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik 1914 – 1933 von Walter Welsch, Seite 168

Auszug aus: Geschichte der Sektion Bayerland des Deutschen Alpenvereins e.V. Die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik 1914 – 1933 von Walter Welsch
Als hervorragender Kletterer konnte der Fabrikdirektor Adolf Deye aus Linz, der sich sehr um die Jugendarbeit im Alpenverein bemühte, gerade in der Kriegszeit in den Nördlichen Kalkalpen und den Julischen Alpen schwierige Neufahrten vollbringen.
Quelle: Geschichte der Sektion Bayerland des Deutschen Alpenvereins e.V. Die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik 1914 – 1933 von Walter Welsch, Seite 228

Deye Adolf, * Bamberg, später Linz, München,
Adolf Deye war Erschließer im Gesäuse, Kaisergebirge und Dachsteingebirge.18 Erstbegehungen führte er im Wettersteingebirge durch.
Mit Otto Herzog unternahm er 1910, noch vor Dülfer, einen vielversprechenden Versuch in der
noch undurchstiegenen Fleischbank-Ostwand. Mit den Pfeilerrissen an der Schüsselkarspitze gelang ihm eine der allerersten Anstiege im VI. Schwierigkeitsgrad, und mit der Gamsmutterturm-Nordkante einer der schönsten Anstiege der Julischen Alpen. Im Gesäuse gelang ihm die Erstbegehung des Nordpfeilers (Deyepfeiler) der Planspitze mit Willi Ludwig und Hans Feichtner am 18. 8. 1918.
Deye war auch einer der Wenigen, die sich im Deutschen Alpenverein gegen die Einführung des Arierparagrafen stellte und Beiträge in den Nachrichten des Alpenvereins „Donauland“ veröffentlichte.
Als hervorragender Kletterer konnte Adolf Deye aus Linz, der sich sehr um die Jugendarbeit im Alpenverein bemühte, gerade in der Kriegszeit in den Nördlichen Kalkalpen und den Julischen Alpen schwierige Neufahrten durchführen.
Adolf Deye war Mitglied der Alpenvereinssektion Oberland.

1910 1.Beg.Regalpturm-Nordostkante,IV,2227m, (Wilder Kaiser)
1910 1.Beg.Predigtstuhl-Hauptgipfel-Südgrat,IV,60 HM,2116m, (Wilder Kaiser)
1910 1.Beg.Vers.Fleischbank-Ostwand,400 HM,2187m, (Wilder Kaiser)
1911 1.Beg.Mittlerer Bruder-Nordostgrat,1830m, (Berchtesgadener Alpen)
1911 1.Beg.Hintere Gamsflucht-Nordgrat,2140m, (Wilder Kaiser)
1911 1.Best.Südlichen Tosaturms,2830m, (Brenta)
1911 1.Beg.(Alleinbeg.)Cima Brenta Bassa-Ostwand „Deye-Kamin“,III,
250 HM,2809m, (Brenta,Dolomiten)
1912 1.Beg.Campanile del Focobon-Südpfeiler,2969m, (Pala,Dolomiten)
1912 1.Beg.Nackter Hund-Nordwestgrat,2372m, (Loferer Steinberge)
1912 1.Beg.Bischof-Südwestriß,2285m, (Loferer Steinberge)
1912 1.Beg.Kleinkaiser von Nordwesten,2039m, (Kaisergebirge)
1912 1.Beg. (Alleinbeg.)Westliches Törleck-Nordwestgrat im Abstieg,
IV-,60 HM,2198m, (Wilder Kaiser)
1912 1.Beg.(Alleinbeg.)Griesner Kar-Umrahmung vom Lärcheck,2124m,
bis zum Predigtstuhl,18 Gipfel in 14 Std.,2116m, (Wilder Kaiser)
1912 2.Beg.Fleischbank-Ostwand „Dülfer-Schaarschmidt“,V/A0,400 HM,2187m, (Wilder Kaiser)
1912 1.Beg.Schüsselkarspitze-Südwand „Pfeilerrisse“,VI,100 HM,2537m, (Wetterstein)
1912 1.Beg.Lamsenspitze-Nordostkante,2508m, (Karwendel)
1912 1.Beg.Wagendrischlhorn-Östliche Südwand,2251m, (Berchtesgadener Alpen)
1913 1.Beg.Kreuzwand-Südostgrat,IV,450 KM,2132m, (Karwendel)
1913 1.Beg.Paternkofel-Südgrat im Abstieg,II,2746m, (Sextener Dolomiten)
1913 1.Beg.Einserkofel-Zentrale Nordwand „Fiechtl-Deye-Ausstieg",VI-/A0,
700 HM,2698m, (Sextener Dolomiten)
1913 1.Beg.Paßportenkopf-Nordnordwestgrat,2714m, (Sextener Dolomiten)
1913 1.Beg.Tofana di Dentro(di Fuori)-Nordwestflanke „Wilder Kaiser“,II-III,
1300 HM,3237m, (Ampezzaner Dolomiten)
1914 1.Beg.Niederes Großwandeck Ostwand „Deye“,2367m, (Dachsteingebirge)
1914 2.Best.u.1.Beg.(Alleinbeg.)Däumling-Östliche Nordwandkamine,IV,
400 HM,2322m, (Gosaukamm,Dachsteingebirge)
1914 1.Beg.Torsäule-Südwand „Alter Weg",2645m, (Stubaier Alpen)
1918 1.Beg.Planspitze-Westliche Nordwand-Oberer Nordpfeiler
„Deyepfeiler“,IV+,2117m, (Ennstaler Alpen Gesäuse)
1919 1.Beg.Großwand-Nordwestwand „Ausstieg Nordostgratkamin",2413m, (Dachsteingebirge)
1921 1.Beg.Angerstein Südgipfel- Westlicher Südwestwandkamin,2080m, (Dachsteingebirge)
1924 Beg.Lärcheck-Ostwand „Dülferführe“,V,2124m, (Wilder Kaiser)
1924 Beg.Totenkirchl-Westwand „Piaz-Route“,2193m, (Wilder Kaiser)
1926 1.Beg.Mittlere Wetterspitze-Südwand,V-,900 HM,2750m, (Wettersteingebirge)
1927 1.Beg.Geiselstein-Südwand „Südverschneidung“,V-,180 HM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1928 1.Beg.Oberreintalturm-Ostwand, „Deyekamin“,1940m, (Oberreintal,Wetterstein)
1928 1.Beg.Rosengartenspitze-Ostwand zum Schrofenkessel „Deye-Peters“,V,
600 HM,2981 m, (Rosengarten,Dolomiten)
1929 1.Beg.Gamsmutterturm-Nordkante „Deye-Peters“,VI-/A1,800 HM,2503m, (Julische Alpen)
1929 1.Beg.Gamsmutterturm-Nordwand „Deye-Peters“,VI,800 HM, (Julische Alpen) ???
1929.1.Überg.Vom Montasch zum Wischberg,2666m, (Julische Alpen)
1933 1.Beg.Östlicher Riffelkopf-Ostwand,VI-/A0,350 HM,2403m, (Riffelwandkamm,Wetterstein)
1.Beg.Torre Madre dei Camosci-Nordostkante „Deye-Peters",V,
600 KM,2706m, (Julische Alpen)

Quelle: Gerhard Schauer, Isny im Allgäu




Erste Route-Begehung

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