Nemecek Hans

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Biografie:
gestorben in Wien (Österreich)

Hans Nemecek (+)
Der österreichische Gebirgsverein hat einen schweren Verlust erlitten: Am 24. November 1949 verstarb, noch nicht 60 Jahre alt, der erste Vorstand Hans Nemecek in Wien, der sich besonders auch im alpinen Rettungswesen
Wiens große Verdienste erwarb und der auch das Ehrenzeichen des Alpenvereins „Für Rettung aus Bergnot“ trug. Er war zehn Jahre lang, 1928 bis 1938, Rettungsleiter des damaligen Alpinen Rettungsausschusses Wien. Zwei Jahre lang war Hans Nemecek, der auch der AV-Sektion „Reichenstein“ angehörte, Vorsitzender des Verbandes der Wiener und niederösterreichischen AV-Sektionen.
Quelle: Berge und Heimat 1950, Heft 2 Februar 1950, Seite

Hans Nemecek (+)
Im November 1949 starb in Wien im 59. Lebensjahre Hans Nemecek. Er war Gründer der Bergsteigergruppe im Österreichischen Gebirgsverein, Mitbegründer der Alpinistengilde und ein namhafter Bergsteiger. Für seine Verdienste um das ,alpine Rettungswesen erhielt er das Ehrenzeichen für Rettung ans Bergnot.
Quelle: DAV Mitteilungen 1950, Heft 3, Seite 43

In memoriam Hans Nemecek
Am 23. Juni 1891 geboren, am 24. November 1949 von dieser Welt verabschiedet, das ist die Zeitspanne, in der Hans Nemecek die Aufgabe hatte, da zu sein, Mensch zu sein. Und man kann zu dieser Zeitspanne gar nicht sagen, daß sie wesentlich lang oder wesentlich kurz gewesen sei, weil den Wert menschlichen Vorhandenseins nicht die Länge, sondern das Gewicht bestimmt. Und so müßte jetzt die Epistel anheben vom Edelmut, Charakter, Arbeitsfleiß, Vornehmheit und menschlicher Prächtigkeit dieses Mannes, und alles dies in einem Rahmen, der an der äußersten Grenze von großer Trauer umgeben ist.
Mir fallen solche Sätze schwer. Sie treffen nicht die Kräfte, die gewirkt haben, und sie treffen nicht die atmosphärische Dichte dieser ungemein intensiven Erscheinung. Sie treffen nur das Sagbare, den bekannten Grund und die veröffentlichte Aussage mitgewanderter Zeitgenosten. Es gibt aber Daten, die allein schon durch ihre trockene Reihenfolge beirren, wie es Würdigungen gibt, in welchen das Wort die Würde erschlägt, und es Gedenken gibt, die sonst nichts als nur Gedanken sind.
So wollen wir Hans Nemecek nicht ehren!
Freilich ziemt es uns, seiner auf diesen Seiten nochmals zu gedenken. Aber das ist auch schon alles. Was er darüber hinaus als Mensch und Mann, Bergsteiger und Organisator gewesen ist, werden wirklich lediglich nur die begreifen können, die mit ihm im gleichen Kreis gestanden sind. Für alle anderen wird er fremd bleiben. So wie jede Persönlichkeit fremd bleibt, soweit sie nicht Freund oder Bruder ist.
Hans Nemecek war mit seiner tiefsten Wurzel im Österreichischen Gebirgsverein verankert und hat seine deutlichste Linie in seiner Bergsteigergruppe gezogen, wie diese auch im Gofergraben des Gesäuses sein geistigstes Vermächtnis zu hüten hat.
Die ihr vom Tode dieses Mannes noch nichts wußtet, beugt das Haupt eine Minute lang in ehrlicher Trauer vor einem wirklich kämpferischen Leben.
Und hört als letzten Satz dieses kurzen Nekrologs eine kleine Geschichte: Wir nahmen bei der erwähnten Goferhütte von ihm Abschied, weil wir noch einmal hinauf mußten in die Reichenstein-Nordwand-Felsen, um Freunden, die dort oben in Bergnot geraten waren, zu helfen. Er selbst mußte zu Tale, er wußte das Unternehmen in den Händen seiner Bergsteigergruppe. Und wir konnten den Freunden auch helfen und fuhren anderntags mit ihnen, freilich für den einen im schwerverletzten Zustand, zurück in die Stadt. Und trafen dort in den Nachtstunden ein. Auf dem Bahnhof selbst standen nur die nächsten Anverwandten der Ankommenden, aber auch unser Hans Nemecek. Er begrüßte jeden von uns, wie ein Vater seinen verlorenen Sohn begrüßt, und drückte in dem einen Satz, den er oft wiederholte, die ganze bergsteigerische Verbundenheit aus, die man sich in einem Menschen versammelt vorstellen kann: „Ich habe wirklich gebangt um euch, aber jetzt seid ihr ja wieder da."
Nichts weiter. Aber letzten Endes war ja auch wirklich nichts weiter zu sagen. Es kommt nur auf den Menschen an, der es spricht, und es kommt auf das Herz an, das gebangt hat.
Hans Barobek.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1950, Seite 84-85

Hans Nemecek war im Ersten Weltkrieg Heeresbergführer. Bei einem Lawinenunfall an der Dolomitenfront ist er knapp mit dem Leben davongekommen.
1928 –1938 war er Rettungsleiter im „Alpinen Rettungsauschuß Wien“, des Vorgängers der heutigen Bergrettung. Der spätere Sporthausbesitzer und langjährige Freund von Hubert Peterka war als Vorstands- und Ehrenmitglied des Österreichischen Gebirgsvereins (Wege- und Bauauschuss) wesentlich an der Errichtung der Goferhütte beteiligt.


Geboren am:
23.06.1891
Gestorben am:
24.11.1949