Redwitz Willi Freiherr von

(Bearbeiten)

Biografie:
Willi von Redwitz
Vita *28. 2. 1888 in Bamberg. Bereits als Dreizehnjähriger erhielt er die Rettungsmedaille, weil er zwei ertrinkende Frauen aus dem Starnberger See barg. Nach einem Medizinstudium in München wirkte Willi von Redwitz hier — ein Jahr in Guatemala ausgenommen — als Arzt, Professor und ab 1945 als Leiter der Universitäts-Frauenklinik II.
Chronik Willi von Redwitz war athletisch gebaut und ein Allround-Sportsmann. Er vermochte einen sitzenden Mann mit einem Arm auf einen Tisch zu heben, war begeisterter Boxer und bewährter Skispringer. Spielend erwarb er das Goldene Sportabzeichen. Zur Meisterschaft brachte er es im Felsklettern. Hier war er in seinem Element, das Eis lag ihm weniger. Zum regelmäßigen Training besuchte er den Münchner Klettergarten im Isartal (Redwitz-Riß) und hatte hier besten Kontakt zu den Nachwuchskletterern.
Willi von Redwitz war seit 1906 Mitglied der Alpenvereinssektion Bayerland. 1913 beteiligte er sich mit Tita Piaz und Paul Preuß an den Versuchen, die Südwand der Schüsselkarspitze im Wettersteingebirge zu erklettern. Mit Hans Dülfer machte er am 30. 7. 1913 die gewaltigste Tour in der Larsecgruppe, Rosengartengruppe, Dolomiten: die erste Überschreitung des gesamten Gran-Cront-Massivs, verbunden mit der Erstbegehung der Westwand der Punta de Secorda und der Pala delle Fermade von Süden.
Am 26.9.1913 gelang den beiden ein großer Wurf: Nach einem vorbereitenden Versuch erkletterten sie die 600 Meter hohe Westwand des Totenkirchls, Kaisergebirge, in direkter Linienführung. Am 4.7.1914 war Redwitz an der Erstbegehung des »U« am Totenkirchl beteiligt, und an der Hörndlwand gelang der Redwitz-Kamin. Im ersten Weltkrieg erlitt von Redwitz eine Verletzung an der Stirn durch einen Granatsplitter, der nicht entfernt werden konnte. 1920 legte er mit Karl Hannemann eine neue Route durch die Musterstein-Südwand, Wettersteingebirge, 1929 gelang mit Leo Maduschka der Direkte Südwandsockel der Großen Zinne, Sextener Dolomiten. 1934 kletterte von Redwitz mit L. Arauner, J. Kuchler und H. Vollmann in Korsika: Kleine-Colonna-di-Marcia-Südostkante und Punta-Missodio-Südwestschlucht hießen die Erstbegehungen. Die Fleischbank-Ostwand, Kaisergebirge, eine seiner Lieblingswände, wiederholte er fast jährlich. Er kletterte ohne Ehrgeiz und Geltungsbedürfnis. Als älterer Herr war Willi von Redwitz ein leidenschaftlicher Huchenfischer. Beim Fischen überraschte ihn der Tod. An der Ammer warf ihn nach gelungenem Fang ein Gehirnschlag nieder. Bewußtlos wurde er ins Krankenhaus Weilheim eingeliefert und starb nach fünf Tagen am 7. 10. 1949.
Fritz Schmitt
Quelle: Der Bergsteiger 1985, Heft 3, Seite 93-94

Redwitz von Wilhelm Freiherr „Willi“, * Bamberg,später München,Heidelberg,Guatemala,München
+ Am Ufer der Ammer durch Hirnschlag
Zahlreiche Erstbegehungen im Wilden Kaiser,Dolomiten,Chiemgauer Alpen,Wetterstein,Allgäu,Korsika.
Seit 1906 Mitglied der Alpenvereins-Sektion Bayerland.
Ab 1945 war er leitender Arzt an der Universitäts-Frauenklinik II.
in München. Redwitz war ein vielseitiger Sportler. Zur Meisterschaft brachte er es im Felsklettern. Hier war er in seinem Element, das Eis lag ihm weniger. Zum regelmäßigen Training besuchte er den Münchner Klettergarten im Isartal und hatte hier besten Kontakt zu den Nachwuchskletterern.
Seine Kletterpartner waren H.Dülfer,H.Vollmann,L.Arauner,J.Kuchler,L.Maduschka,E.Frey.
1906 1.Beg.Leutascher Dreitorspitze-Südwestgrat,IV-,2673m, (Wetterstein)
1907 1.Beg.Gimpel-Vorgipfel-Nordwand „Frey-Redwitz-Führe“,2176m, (Tannheimer Berge)
1908 1.Beg.Bretterspitze-Nordwand „Frey-Redwitz-Führe“,2609m, (Allgäuer Alpen)
1908 1.Beg.Gliegerkarspitze-Südwestgrat (Westgrat),2577m, (Allgäuer Alpen)
1909 1.Beg.Gliegerkarspitze-Südwand,2577m, (Allgäuer Alpen)
1910 1.Beg.Schwellenspitze (Großkarspitze)- Ostgrat,2494m, (Allgäuer Alpen)
1910 1.Beg.(Alleingang)Ruchenköpfe-Südwand,IV+,1805m, (Mangfallgebirge)
1910 1.Beg.Ruchenköpfe-Südwand „Dülferriß“,IV,1805m, (Mangfallgebirge)
1912 1.Beg.Hörndlwand Vorbau-Nordkamin „Nordkamin“,V-,1684m, (Chiemgauer Alpen)
1912 1.Beg.Hörndlwand-Nordwand „Redwitzkamin",1684m, (Chiemgauer Alpen)
1913 Beg.Vers.Schüsselkarspitze-Südwand,2537m, (Wetterstein)
1913 1.Überschr.Gesamte Gran-Cront-Massivs, 2779m, (Larsecgruppe, Rosengartengruppe)
1913 1.Beg.Punta de Secorda Westwand, (Larsecgruppe, Rosengartengruppe)
1913 1.Beg.Pala delle Fermade-Südwand,ca.2400m, (Larsecgruppe, Rosengartengruppe)
1913 1.Beg.Totenkirchl-Direkte-Westwand „Dülferführe“,V+/A1, 450 HM,2193m, (Wilder Kaiser)
1914 1.Beg.Totenkirchl-Nordwestwand bis 1.Terrasse „U-Weg“,V,2193m, (Wilder Kaiser)
1914 1.Beg.Gurnwandkopf (Hochkienberg)-Nordwandkamin,1691m, (Chiemgauer Alpen)
1919 1.Beg.Klammspitze-Ostwand,1924m, (Ammergauer Alpen) / 04.10.1919
1920 1.Beg.Musterstein-Südwand „Hannemannweg“,IV,2478m, (Wetterstein)
1929 1.Beg.Große Zinne- Direkte Südwand unterer Teil „v.Redwitz-Maduschka-Führe“,V,2999m,
(Sextener Dolomiten)
1929 Beg.Kleinste Zinne (Preußturm)-Nordostwand „Preußriß“,V,250 HM,2700m, (Sextener Dolomiten)
1929 Best.Kleine Zinne,2856m, (Sextener Dolomiten)
1934 1.Beg.Kleine-Colonna-di-Marcia-Südostkante, (Korsika)
1934 1.Beg. Punta-Missodio-Südwestschlucht, (Korsika)
Beg.Fleischbank-Ostwand „Dülfer-Schaarschmidt-Führe“,V+,400 HM,2187m, (Wilder Kaiser)
Beg.Roßsteinnadel-Westgrat,1620m, (Bayerische Voralpen)
1.Beg. „Redwitz-Riß“, (Münchner Klettergarten im Isartal)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu


Geboren am:
28.02.1888
Gestorben am:
07.10.1949

Erste Route-Begehung

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen