Hoi Klaus

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Biografie:
geboren in Liezen (Österreich)

Hoi Klaus
Es gibt viele Bergsteiger, aber nur wenige eröffnen großzügige Neufahrten. Einer dieser wenigen, denen es immer wieder gelingt, in einer “übererschlossenen” Bergwelt neue Wege zu finden, ist Klaus Hoi - ein Könner, ein Bewegungstalent, ob im Fels, im Eis oder im Schnee. Für ihn gibt es selten Schwierigkeiten. Seine Intelligenz und sein durchtrainierter Körper sind höchsten Anforderungen gewachsen.
Ich möchte hier nicht in Superlativen schwelgen, aber wer Klaus Hoi kennt, wird mir zustimmen. Als Forstadjunkt im Gesäuse kam er zum erstenmal mit der Kletterei in Berührung. In diese Zeit fielen seine ersten größeren bergsteigerischen Erfolge. Als einer der Jüngsten durchstieg er die Eiger-Nordwand, ein Jahr später eröffnete er den „Buhlweg“ am Dachl im Gesäuse. Nach der Bergführer- und Skilehrerausbildung gründete er das “Bergsteigerzentrum Steiermark”. Seine Kurse und Führungen erfreuen sich im Sommer und Winter großer Beliebtheit, die besondere Attraktion sind Führungstouren im höchsten Schwierigkeitsbereich.
Bei verschiedenen Ausrüstungsfirmen ist Klaus Hol ständiger Mitarbeiter und so an der Verbesserung von Ausrüstungsmaterial maßgeblich beteiligt. Erst vor kurzem gelang ihm die Entwicklung eines selbsttragenden Klettersitzes.
Seine Bergfahrten aufzuzählen würde zu weit führen und käme einem Tourenbericht gleich. Die rund dreißig Erstbegehungen zählen zu den schönsten und schwierigsten der Ostalpen. In seiner Heimat, im Gesäuse und im Dachsteingebiet gelangen ihm die meisten. Spürsinn und das Gefühl für einen logischen Routenverlauf kennzeichnen diese Neufahrten.
Die freie Kletterei bedeutet ihm alles, immer freut er sich am meisten über Touren, die er mit geringsten Mitteln durchstiegen hat. Auch bei der Eröffnung seiner technischen Führen verwendet er nur das Allernötigste an künstlichen Hilfs- mitteln. Den Bohrhaken lehnt er ab; er läßt ihn aber dann gelten, wenn sich be- sonders interessante Durchstiege - z. B. der “Buhlweg”, oder der “Berglandriß” (benannt nach der HG-Bergland, deren Mitglied er ist) - ohne seine Hilfe nicht eröffnen lassen würden.
Blickt man aber auf seine letzten Erfolge, so handelt es sich durchwegs um ernste Freiklettereien. Durch schwierigste Manöver und Quergänge, oft an der Grenze des Möglichen, gelingt es ihm, dem unvermeidlich scheinenden Bohrhaken auszuweichen.
Die Dachl-NW-Wand mit ihren 750 Höhen- Metern [auf 100 Meter entfallen etwa 10 Haken] ist so eine Musterfahrt, die viel Mut und Können erfordert.
Ich erinnere mich an ein Erlebnis in dieser gewaltigen Plattenwand. Wir waren zu dritt unterwegs, Klaus, Lois Dengg und ich. Im unteren Wandteil mussten wir uns zu einer nicht gerade einladenden Rechtsquerung entschließen. Und wie es eben bei solchen Querungen öfters vorkommt - es klappte mit dem reibungslosen Seilnachgeben nicht so ganz. Mit groben Worten machte Klaus seinem Ärger Luft. Das störte uns aber weiter nicht - wer Klaus kennt, weiß, dass dann die Schwierigkeiten ihren Höhepunkt noch nicht erreicht haben. Dann wurde es aber immer stiller, ein Zeichen, dass sich Klaus voll und ganz konzentrieren musste. Das nützte ich aus. Ich gab das Seil nicht mehr nach und rief Klaus zu, dass es sich wohl irgendwo verhängt haben müsse ... Ich erwartete eine lautstarke Reaktion, aber Klaus versuchte es auf die freundliche Art. Ob ich denn das Seil nicht doch irgendwie losbekäme? Wollten wir hier nicht übernachten, musste ich die Seile wieder loslassen. Aber Klaus hatte uns durchschaut.
Endlich war der Quergang geschafft und der Standplatz eingerichtet. Erst beim Nachgeben kamen uns die große Schwierigkeiten dieser Seillänge voll zum Bewußtsein (Kommentar der Zweitbegeher: die schwierigste Seillänge im Gesäuse). Nun war Lois Dengg zum Nachkommen an der Reihe. Er kam aber nicht weit, denn ein sogenannter “Zierhaken” wie Klaus so etwas zuweilen nennt, blieb ihm in der Hand, und nach weiteren ausbrechenden Haken hing der Lois unterm Klaus. Ich sehe heute noch wie Klau schmunzelte und an unsere vorausgegangenen Seilspiele dachte, als er Lois vorwarf, sich den Quergang absichtlich erspart zu haben. Sogleich bezeichnet er die kritische Stelle als “Dengg-Schaukel”.
Auf seinen Unternehmungen wird das Wort -Sicherheit groß geschrieben. Klaus Hoi, dieser begeisterte Bergsteiger, dieser bescheidene, hilfsbereite Mensch, zählt zu den profiliertesten Alpinisten der Gegenwart.
Hugo Stelzig
Quelle: Der Bergsteiger 1973, Heft 2, Seite 103

Klaus Hoi,
Lokalmatador aus dem Gesäuse, stürzte beim letzten Bergführerlehrgang ohne Sicherung in einer steilen Eisflanke. Die Verletzungen waren zum Glück nicht schwer, der Schock der Schüler erheblicher. Auch die besten Bergführer-Ausbilder sind gegen derartige Zwischenfälle nicht gefeit.
Quelle: Der Bergsteiger 1974, Heft 12, Seite 765

Klaus Hoi
Vita *12. April 1942 Liezen (Steiermark), wo er eine landwirtschaftliche Schule absolvierte; Bergführer und Leiter einer von ihm gegründeten Bergsteigerschule in Öblarn (Bergsteigerzentrum Steiermark); seit Ende der siebziger Jahre Ausbildungsleiter der österreichischen Bergführer.
Chronik Klaus Hoi hat 1958 als 16jähriger mit Bergsteigen begonnen und wurde bald ein glühender Verfechter des fairen, sportlichen Bergsteigens. Schon nach wenigen Jahren kannte er praktisch alle schwierigen Routen im heimatlichen Dachsteingebirge und Gesäuse sowie im Wilden Kaiser. Zu seinen schwierigsten Unternehmungen gehören u.a. Große-Zinne-Nordwand (Direttissima, 1960), Lalidererspitze-Nordverschneidung (1961), Türlspitze-Narrenriß (1. Winterbeg., 1962) und Eiger-Nordwand (1962). Es glückte ihm eine Reihe von Erstbegehungen; die bedeutendsten: Dachl-Nordwand (Berglandriß, 1969) und -Nordwestwand (1971), Torstein-Südwand (Langer Gelber Weg, 1972); die Anstiege genießen angesichts ihrer großen Schwierigkeit und Eleganz hohes Ansehen. Klaus Hoi gehörte 1971 zu der Gruppe österreichischer Skibergsteiger, die in 42 Tagen die erste Skilängsdurchquerung des gesamten Alpenbogens von Wien bis Nizza ausführte; das Unternehmen gehört heute noch zu den schwierigsten und anstrengendsten der langen Geschichte des Skibergsteigens. Zu Klaus Hois wichtigsten Grundsätzen gehört vor allem ein starkes Sicherheitsbewußtsein, für dessen Verbreitung er sich bei jeder Gelegenheit einsetzt, als Bergführer und Ausbilder.
Quelle: Der Bergsteiger 1982, Heft 2, Seite 55-56



Geboren am:
12.04.1942
application/pdf Hoi Klaus - BST 1984-2.pdf

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