Tyndale Harry Edmund Guise

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Biografie:
geboren in Headington (Großbritannien)
gestorben in Winchester (Großbritannien)

Quelle: Alpine Journal Volume 56, 1947/48, Seite 386 ff

H. E. G. Tyndale
Im Sommer 1948 starb in Winchester Professor Tyndale im 60. Lebensjahr. Er war ein Kenner der Literatur und Geschichte des Alpinismus, redigierte das „Alpine Journal" und übersetzte Kluckers Lebenserinnerungen und Kugys Bergsteigerleben ins Englische. Tyndale hinterließ ein eigenes Bergbuch „Mountain Paths".
Quelle: DAV Mitteilungen 1949, Heft 5, Seite

H. E. G. Tyndale (+)
Unser Mitglied H. E. G. Tyndale, Schriftleiter des Alpine Journal und Vizepräsident des Alpine Club ist am 3. August 1943 im Alter von 60 Jahren einem schweren Herzleiden erlegen. Tyndale, ein Schüler des berühmten College von Winchester, hatte den Lehrberuf ergriffen und das Glück, in R. L. G. Irving, der später sein Schwager wurde, nicht nur im Leben, sondern auch in den Bergen einen unübertroffenen Lehrmeister zu
finden.
Als ihn sein Mentor Irving zum ersten Male in die Alpen nahm, war kein geringerer als G. L. Mallory, damals auch noch ein blutjunger Anfänger in den Bergen, der Dritte im Bunde. Dieses Trifolium ist sich in den Bergen durch viele Jahre treu geblieben. Auch eine im ersten Weltkrieg erlittene schwere Verwundung am Fuß vermochte der
Leistungsfähigkeit Tyndales kaum Abbruch zu tun. Erst der Tod Mallorys auf dem Everest zerriß diese vorbildliche Seilschaft, doch blieb Tyndale seinem Schwager Irving, an besten Seite er nunmehr als Lehrer in Winchester tätig war, auch weiter in Bergkameradschaft verbunden.
Tyndale war, sofern man eine solche Unterscheidung bei Zugehörigen eines Vereines, wie es der Alpine Club ist, überhaupt machen soll, eines der hervorragendsten Mitglieder dieses ältesten alpinen Klubs der Welt. Was ihn aber über den Bergsteiger hervorhebt, und besonders für uns Bergsteiger deutscher Zunge, ist seine literarische Tätigkeit. Nach dem Abgang von Strutt hat er die Schriftleitung des Alpine Journal übernommen' und dieses erste alpine Vereinsorgan durch Jahre in einer seiner Vorgänger würdigen meisterhaften Weise redigiert. Noch mehr als das, Tyndale, der ausgezeichnet deutsch sprach, hatte, ungleich den meisten anderen englischen Bergsteigern, die in vornehmer Isolierung über ihre kontinentalen Gesinnungsgenoßen wenig Bescheid wissen, viele Freunde in unseren Landen, herzliche Zuneigung verband ihn mit Kugy, eine alte Feundschaft mit Leo Kleinradl, Willy Merkt, dem er auch ein kleines literarisches Denkmal gesetzt hat, vermochte in kurzer Zeit seine Freundschaft zu gewinnen und schließlich darf sich auch der Schreiber dieser Zeilen zu jenen rechnen, denen Tyndale sein tiefes Verständnis für unsere Wesensart geoffenbart hat, der es auch Tyndales Rat und Hilfe zu verdanken hat, daß die kürzlich erschienene deutsche Faßung von Irvings „The Romance of Mountaineering" zustande kommen konnte. Kugys „Aus dem Leben eines Bergsteigers" und „Anton Oitzinger", Bauers Berichte über seine Expeditionen zum Kantsch und Bechtolds Buch über Merkls Expedition zum Nanga Parbat erfuhren durch Tyndale ausgezeichnete Übersetzungen ins Englische, die viel dazu beigetragen haben, die Kenntnis unseres alpinen Schrifttums in England zu verbreiten.
Tyndale hat bei seinem Tod ein bereits in Druckfahnen vorliegendes Buch hinterlassen, betitelt „Mountain Paths"
. Wir hoffen, daß es möglich werde, den Abschnitt dieses Buches, der vom Zusammentreffen Tyndales mit Willy Merkl berichtet, an dieser Stelle in auszugsweiser Übersetzung wiederzubringen.
Tyndales allzufrühen Tod beweinen nicht nur seine Landsleute und die englischen Bergsteiger, sondern auch wir, die mit ihm einen verständnisvollen Freund und Helfer verloren haben, dessen vermittelnder und versöhnender Einfluß uns und der Sache der Verständigung zwischen den Bergsteigern der beiden Nationen noch viel Segensreiches hätte bringen können.
Paul Kaltenegger.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1950, Folge 1252, Seite


Geboren am:
1888
Gestorben am:
03.08.1948