Lutz Marcus

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Biografie:
geboren inBuching (Deutschland)

geb. 1962, wohnhaft in Schwangau (Allgäu). Beruflich ist er inzwischen im Technischen Verkauf eines führenden Herstellers von Maschinen und Anlagen für die Automatisierungstechnik mit nicht nachlassender Motivation tätig. In seiner Freizeit seit 1975 Alpin- und Sportkletterer (bis ca. 9+/10-) mit nach wie vor nicht rostender Vorliebe für das Erschließen von Neutouren (ca. 40 alpine Erstbegehungen, über 100 Sportkletterrouten bis 10-). Früher war er leidenschaftlich auch kompromißlos free-solo unterwegs (ca. 400 alpine Extrem-Solorouten bis 8), heute klettert er nurmehr sporadisch ohne Sicherung am Fels.
Seit seiner Heirat mit einer ebenso bergaffinen Tirolerin mit Wohnsitz in Seefeld pendelt er zwischen dem Füssener Land und dem Plateau hin und her, was zu einer Wiederbelebung der von dort schnell erreichbaren Dolomiten als potentielles Kletterrevier geführt hat. So klettert er dort mit bekannten Südtirolern immer auch am scharfen Seilende. Mit seiner Frau macht er radelnd und steigend mit der gleichen Freude am Tun ebenso die Berge unsicher. Neben den Spielarten des Bergsteigens interessiert ihn und seine Frau Sylvia vor allem die Kultur, die (oft weniger erfreuliche) Politik und die Pflege von guten Freundschaften.

Marcus Lutz
Vita *6. 2. 1962 in Buching/Bayerniederhofen, Abitur 1981, zwei Jahre im Dienst der Bundeswehr, jetzt Student der Betriebswirtschaft.
Chronik Bereits mit sechs Jahren lag Marcus Lutz die Welt zu Füßen: Vom Gipfel der Hochplatte blickte er hinaus in das weite Alpenvorland zu den Ammergauer Alpen, den Tannheimer Bergen und dem Wetterstein. Nach einigen Bergwanderjahren folgten ab 1970 leichte Klettereien. In den ersten Jahren seiner Kletterlaufbahn lernte er fast alle Routen am Geiselstein und in den Tannheimer Bergen kennen. 1978 Öfelekopf-Südwestpfeiler, Hochferner-Nordwand, Griesferner-Nordwand. 1980 hatte er noch schwer in den »Pumprissen« am Fleischbankpfeiler zu kämpfen; dies war für ihn ein Grund, fortan gezielter zu trainieren. 1981 gelangen ihm bis Pfingsten 100 (!) Kletterrouten. Vor allem als Autor des Kletterführers »Tannheimer Berge« kletterte er systematisch fast alle Führen dieser Gruppe, war hier Hauptinitiator der Freikletterbewegung. Viele dieser Routen bis zum Schwierig-keitsgrad VII— kletterte er seilfrei. 1981 5. Beg. »Morgenlandfahrt« an der Schüsselkarspitze, 3. Beg. »Hatschi-Bratschi« an der Marmolada, »Mittelpfeiler«, »Kleine Mauer« und »Große Mauer« am Heiligkreuzkofel. Das Jahr 1982 begann schlecht: Beim Klettergartentraining verletzte er sich schwer. Trotz eines Fersenbeinbruchs gelangen ihm im Herbst »Bayerischer Traum« an der Schüsselkarspitze und »Mayerl-Verschneidung« am Heiligkreuzkofel. Der Unfall hinterließ jedoch seine Spuren. Marcus änderte seine Einstellung zum Klettern. Während früher brüchige Routen oder schwere Kletterstellen mit unzuverlässiger Sicherung fast keine Bedenken aufkommen ließen, gelten heute sicherer Standplatz und zuverlässige Zwischensicherungen als Grundsatz. Mit dieser Einstellung und enormem Trainingsfleiß gelangen ihm in diesem Jahr die Erstbegehungen »Bauchweh« (VII—) und »Herr der Lage« (VII+) am Geiselstein.
Das Ergebnis seiner bisher erst wenigen Kletterjahre sind weit über 400 Kletterrouten, davon einige Erstbegehungen und über 150 Alleingänge. Da bleibt wenig Zeit für sonstige Aktivitäten!
Hartmut Münchenbach
Quelle: Der Bergsteiger 1983, Heft 11, Seite 61-62

1968 Best.Hochplatte,2082m, (Ammergauer Alpen)
1975 Best.Große Zinne,2999m, (Sextener Dolomiten)
1978 Beg.Westlicher Öfelekopf-Südwestpfeiler (Öfelepfeiler),VI+,2469m, (Wetterstein)
1978 Beg.Hochfernerspitze-Nordwand,3463m, (Zillertaler Alpen)
1978 Beg.Griesferner-Nordwand,bis 85°,900 HM,2600m, (Zillertaler Alpen)
1980 1.Beg.Geiselstein-Alte Nordwand-Direkter Kantenausstieg,1884m, (Ammergauer Alpen)
1980 1.Beg.Geiselstein-Südwand-Direkter Ausstieg zum Plattenriß,1884m, (Ammergauer Alpen)
1980 1.Beg.Gimpel-Gimpelturm „Nordwand-Direkte Nordwestkante-Klein,aber fein",
(Tannheimer Berge)
1980 1.Beg.Gimpel-Gimpelturm „Nordwand - Verlorener Weg", (Tannheimer Berge)
1980 1.Beg.Geiselstein-Direkter Südpfeiler,1884m, (Ammergauer Alpen)
1980 1.Beg.Geiselstein-Südwand-Neue Südwandrisse „Töff-Töff“,VII,1884m, (Ammergauer Alpen)
1980 1.Beg.Geiselstein-Südwand „Direkter Südpfeiler-Direktausstieg“,VII-,180 HM,1884m,
(Ammergauer Alpen)
1980 1.Beg.Geiselstein-Südwand „Plattenrisse-Direkter Ausstieg“,VI-,100 HM,1884m,
(Ammergauer Alpen)
1980 1.Beg.Geiselstein-Nordwand „Herzogweg-Variante“,IV+/A0,450 HM,1884m,
(Ammergauer Alpen)
1980 Beg.Fleischbank-Pfeiler „Pumprisse“,VII,300 HM,1749m, (Wilder Kaiser)
1981 1.Beg.Pilgerschrofen-Direkte Nordverschneidung,1759m, (Ammergauer Alpen) (09.05.1981)
1981 1.Beg.Geiselstein-Nordwand „Blitz und Donner“,VII,270 HM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1981 1.Beg.Geiselstein-Südwestwand „Südwestriß Wasserspiele“,VI+,100 HM,1884m,
(Ammergauer Alpen)
1981 1.Beg.Geiselstein-Westwand „Wasserspiele",1884m, (Ammergauer Alpen)
1981 1.Beg.Hochwiesler-Südwand „Südwandverhau",1950m, (Tannheimer Berge)
1981 1.Beg.Kenzenkopf-Südostwand „Direktvariante",1745m, (Ammergauer Alpen)
1981 5.Beg.Schüsselkarspitze-Südwand „Morgenlandfahrt“,VII-,350 KM,2537m, (Wetterstein
1981 3.Beg.Marmolata d’Ombretta-Südwand „Hatschi Bratschi“,VI+,800 HM,3265m, (Dolomiten)
1981 Beg.Heiligkreuzkofel „Mittelpfeiler“,2907m, (Fanesgruppe)
1981 Beg.Heiligkreuzkofel „Kleine Mauer“,2907m, (Fanesgruppe)
1981 Beg.Heiligkreuzkofel „Große Mauer“,2907m, (Fanesgruppe)
1982 Beg.Schüsselkarspitze „Bayerischer Traum“,2538m, (Wetterstein)
1982 Beg.Heiligkreuzkofel (Punta Pilatus,Piz dl’Pilato)-Westwand-Westverschneidung
„Mayerl-Rohracher/Pedratches Verschneidung“,VI/A2,600 HM,2837m, (Fanes,Dolomiten)
1983 1.Beg.Hoher Straußberg-Ostwand „Sohlenbrennen",1934m, (Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Gimpel-Nordwand „Klagemauer",VII,2176m, (Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
1983 1.Beg.Geiselstein-Ostwand „Bauchweh“,VII-,500 KM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Geiselstein-Ostwandsockel „Herr der Lage“,VII+,230 KM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Geiselstein-Nordwand „Verdauungsspaziergang“,VI,430 KM,1884m,
(Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Geiselstein-Ostwand „Durststrecke“,VII-,500 KM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Geiselstein-Südwestwand-Südwestpfeiler „Abendliches Startprobleme“,VII+,100 HM,
1884m, (Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Kleiner Zunderkopf-Nordwand „Fehlschlag",VI-/A2,1600m, (Ammergauer Alpen)
1983 1.Beg.Hochplatte-Nordostpfeiler „Nebelreißen",VI,2082m, (Ammergauer Alpen)
1984 1.Beg.Krähe-Nordostwand-Linker Nordostpfeiler „Peripherie“,VII-,150 HM,2012m,
(Ammergauer Alpen)
1984 1.Beg.Kenzenkopf-Nordwestseite-Westpfeiler „In der Kürze liegt die Würze“,VII+,100 HM,
1745m, (Ammergauer Alpen)
1984 1.Beg.Kenzenkopf-Nordwestpfeiler „Klein aber fein",1745m, (Ammergauer Alpen)
1984 1.Beg.Geiselstein-Nordwand „Staubiger Bruder“,VII,280 HM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1984 1.Beg.Hoher Straußberg-Ostwand „Sohlenbrennen mit linkem Kaminausstieg",1934m,
(Ammergauer Alpen)
1985 1.Beg.Kenzenkopf-Südostwand „Von guten Mächten“,VIII-,140 HM,1745m,
(Ammergauer Alpen)
1985 1.Beg.Kenzenkopf-Südostwand „Via Anarchia“,VII,140 HM,1745m, (Ammergauer Alpen)
1985 1.Beg.Kenzenkopf-Nordwestseite-Nordplatte(Jägerwand) „Popkornrisse“,VII,130 HM,1745m,
(Ammergauer Alpen)
1985 1.Beg.Geiselstein-Ostwand „Direktes Bauchweh",1884m, (Ammergauer Alpen) / 20.09.1985
1985 1.Beg.Geiselstein-Ostwand-Nordostpfeiler „Im achten Himmel",IX-,450 HM,1884m,
(Ammergauer Alpen)
1986 1.Beg.Geiselstein-Westwand „Albtraum“,VIII-,80 HM,1884m, (Ammergauer Alpen)
1986 1.Alleinbeg.Säuling-Pilgerschroffen-Direkte Nordwand,VI,1750m, (Ammergauer Alpen)
1986 1.Beg.Judenpfeiler,VIII, (Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
1988 1.Beg.Gehrenspitze-Nordwand „Hermann-Loderer-Gedächtnisweg“,VII-,500 HM,2164m,
(Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
1989 1.Beg.(Alleinbeg.) Gabelschrofen-Direkte Westwand,VI-,2010m, (Ammergauer Alpen)
1990 1.Beg.Gehrenspitze-Nordwand „Battertriß Variante-Battert und Hermann",VII+,2164m,
(Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
1990 1.Beg.Gehrenspitze-Rechte Nordwand „Stunden der Erinnerung",2164m,
(Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
1993 1.Beg.Geiselstein-Ostwand „Freizeit",1884m, (Ammergauer Alpen)
1994 1.Freie Beg.Rote Flüh-Südwand „Via Barbara",VIII+,2111m, (Tannheimer Berge)
1994 1.Beg.Kenzenkopf-Nordplatte „Zu neuen Ufern",1745m, (Ammergauer Alpen)
1996 1.Beg.Großer Zunderkopf-Nordostwand „Triologie“,IX-,350 KM,1895m, (Ammergauer Alpen)
2005 1.Beg.Kenzenkopf-Nordplatte „Was lange währt",VIII/A0,1745m, (Ammergauer Alpen)
2005 1.Beg.Geiselstein-Ostwand „Ausg'macht und glei' ganga",1884m, (Ammergauer Alpen)
2005 1.Beg.Spitzigschröfle (Franziskaner)-Südostwand „Aus Frust wurde Lust",IX,1620m,
(Ammergauer Alpen)
2005 1.Beg.Spitzigschröfle (Franziskaner)-Südostwand „Letzte Bergfahrt",IX-,1620m,
(Ammergauer Alpen)
2007 1.Beg.Geiselstein-Ostwand „Himmelfahrt-Variante",1884m, (Ammergauer Alpen)
2013 1.Beg.Bandiarac-Pfeiler „Besser spät als Nie",VII-,380 HM, (Dolomiten)
Beg.Säuling-Südwestwand,2048m, (Ammergauer Alpen)
Freie Beg.Säuling-Alte Westwand,VIII-,2048m, (Ammergauer Alpen)
Freie Beg.Säuling-Westpfeiler,VIII-,2048m, (Ammergauer Alpen)
1.Beg.Schwärzer Wand „Rathausbecher“,VII+, (Allgäuer Alpen)
1.Beg.Füssener Wand „Don’t loose your Cool“,VIII+, (Allgäuer Alpen)
1.Beg. Aggenstein-Direkte Westwand,VI+,(Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu


Geboren am:
06.02.1962

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